Begriff
Kaiser
[ˈkaɪ̯zɐ]
Höchster weltlicher Herrscher-Titel im christlichen Europa, abgeleitet vom Cognomen Caesar des Julius Caesar. Im Mittelalter durch päpstliche Krönung legitimiert, seit der Frühen Neuzeit dynastisch erblich, mit dem Ende des HRR 1806 und des Deutschen Reichs 1918 in Mitteleuropa erloschen.
Wortherkunft
- Kaisernhd.
- keisargot.
- Caesarlat.— ursprünglich Cognomen
Vom römischen Cognomen Caesar (Familienname Julius Caesars), das nach dessen Adoptiv-Nachfolgern zum Titel der römischen Alleinherrscher wurde. Über das Gotische ins Germanische entlehnt.
Mehr dazu
Karl der Große (gekrönt 800) war der erste „Kaiser der Römer” westlich von Byzanz — eine bewusste Wiederbelebung des Imperium-Romanum-Anspruchs. Bis 1806 setzte der Papst die Krone auf; ab 1508 konnte sich der Herrscher auch „Erwählter Römischer Kaiser” nennen ohne Romfahrt. Russische Zaren und das osmanische Sultans-Titulatur entlehnten sich aus derselben Caesar-Wurzel.