Glossar
Papsttum
auch: Papst
Das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche und seine Institution. Der Papst, Bischof von Rom, beanspruchte seit Spätantike Vorrang über alle anderen Bischöfe. Im Mittelalter wurde diese Position politisch mächtig, weil der Papst Kaiser krönen konnte.
Langform
Das mittelalterliche Papsttum entwickelte sich aus dem Bistum Rom heraus zu einer übernationalen geistlichen Macht. Schlüsselmomente: die Pippinische Schenkung 754 (Beginn des Kirchenstaats), die Krönung Karls des Großen 800 (gegenseitige Legitimation Papst–Kaiser), und der Investiturstreit ab 1075 (Konflikt um Bischofsernennungen). Das Pontifikat von Innozenz III. (1198–1216) gilt als Höhepunkt päpstlicher Macht. Die Reformation und das frühneuzeitliche Staatensystem reduzierten seine politische Reichweite, das geistliche Primat blieb.