Begriff
Bauernkrieg
Aufstand der Bauern und Städter in Süd- und Mitteldeutschland von 1524 bis 1526. Größter sozialer Aufstand vor der Französischen Revolution, blutig niedergeschlagen.
Wortherkunft
Aus „Bauer" und „Krieg". Die Zeitgenossen sprachen zunächst von „Aufruhr" — „Bauernkrieg" setzte sich erst später als historischer Begriff durch.
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Der Bauernkrieg war kein einzelner Aufstand, sondern eine Welle von Erhebungen, die Bayern, Schwaben, Franken, Thüringen und Tirol erfasste. Auslöser waren wachsende Lasten — höhere Frondienste, Abgaben, Beschränkung alter Rechte wie Jagd und Fischfang. Die Forderungen waren überraschend modern: die „Zwölf Artikel" von 1525 verlangten Abschaffung der Leibeigenschaft, freie Pfarrerwahl und gerechte Gerichte. Martin Luther stand zunächst zwischen den Fronten, wandte sich aber bald scharf gegen die Aufständischen. Bei Frankenhausen wurde Thomas Müntzers Heer im Mai 1525 vernichtet. Insgesamt starben bis zu 100.000 Bauern. Der Krieg markiert den Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit — die alte Ordnung wankte, wurde aber gewaltsam restauriert.
Verwandte Begriffe
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