Begriff
Reformation
Religiöse und politische Umwälzung des 16. Jahrhunderts, die zur Spaltung der westlichen Christenheit in Katholiken und Protestanten führte. Auslöser waren Luthers 95 Thesen 1517 (Ablass-Kritik); innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden Lutheraner, Reformierte und Anglikaner. Der Augsburger Religionsfrieden 1555 anerkannte das Nebeneinander, der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 zementierte es endgültig.
Wortherkunft
Aus lateinisch reformatio „Umgestaltung, Erneuerung”, zu re- „zurück, wieder” + forma „Form, Gestalt”. Bezeichnete im Mittelalter zunächst kirchliche Reformen generell; im 16. Jahrhundert zur Eigenbezeichnung der Lutherbewegung verengt.
Mehr dazu
Mehr als eine Theologie-Reform: die Reformation war Medien-Revolution (Buchdruck), Sprach-Revolution (Luther-Bibel schuf das schriftliche Hochdeutsch), Wirtschafts-Umbruch (Enteignung der Klöster) und politischer Befreiungsschlag der Landesfürsten gegen Kaiser und Papst. Max Webers These (1904), der Protestantismus habe den Kapitalismus mit-ermöglicht, ist umstritten aber wirkmächtig.
Verwandte Begriffe
- Gegenbegriff