Begriff
Reichskammergericht
Höchstes Reichsgericht, 1495 auf dem Reichstag zu Worms eingerichtet. Saß zuletzt in Wetzlar. Sollte Fehde und Selbsthilfe durch geordnetes Verfahren ersetzen — das war das Ziel des Ewigen Landfriedens von 1495.
Wortherkunft
Aus "Reich", "Kammer" (kaiserliche Hofkammer) und "Gericht". Die Kammer war ursprünglich der Raum, in dem die kaiserlichen Beamten saßen.
Mehr dazu
Das Reichskammergericht war Teil der Reichsreform unter Maximilian I. Die Richter wurden teils vom Kaiser, teils von den Reichsständen ernannt — ein für die Zeit ungewöhnlicher Machtausgleich. Verfahren dauerten oft Jahrzehnte, weil das Personal knapp und die Akten dick waren. Goethe arbeitete 1772 als junger Praktikant in Wetzlar und litt am langsamen Tempo. 1806 endete das Gericht mit dem Reich. Heute steht in Wetzlar das Reichskammergerichtsmuseum.
Verwandte Begriffe
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