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Begriff

Drittes Reich

auch: NS-Staatauch: Nazi-Deutschland

Eigenbezeichnung der NS-Diktatur 1933-1945. Knüpfte propagandistisch an das Heilige Römische Reich und das Kaiserreich an. Der Begriff wird heute nur in Anführungszeichen oder distanzierend verwendet, da er die NS-Selbstdarstellung übernimmt.

Wortherkunft

Übernommen aus Arthur Moeller van den Brucks Buch „Das Dritte Reich" (1923). „Drittes" bezog sich auf das Heilige Römische Reich (962-1806) und das Kaiserreich (1871-1918) als angebliche Vorgänger.

Mehr dazu

Das „Dritte Reich" war eine zwölfjährige totalitäre Diktatur, die Deutschland und weite Teile Europas verwüstete. Nach der Machtübertragung an Hitler am 30. Januar 1933 zerschlug das NS-Regime innerhalb weniger Monate die parlamentarische Demokratie, verbot alle anderen Parteien und Gewerkschaften, gleichschaltete Länder und Verbände und errichtete einen Polizeistaat unter SS und Gestapo. Antisemitismus war ideologische Mitte: die Nürnberger Gesetze von 1935 entrechteten Juden, die Pogromnacht 1938 zerstörte Synagogen und Geschäfte, ab 1941 organisierte der Staat den industriellen Massenmord am europäischen Judentum. Außenpolitisch trieb Hitler ab 1938 die Annexion Österreichs und der Sudetengebiete, der Überfall auf Polen 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus. Der Krieg endete mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945, der Selbsttötung Hitlers eine Woche zuvor, der Befreiung der Konzentrationslager und der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen. Sechs Millionen ermordete Juden, mindestens 27 Millionen sowjetische Tote und ein zerstörter Kontinent sind die Bilanz. Historiker und die Bundesrepublik haben das „Dritte Reich" als die Negativfolie deutscher Identität anerkannt – „Nie wieder" ist Staatsräson.

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