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Die Stadtmauer von Saint-Malo mit historischen Gebäuden und Blick auf das Meer.
OrtAntike· ~56 v. Chr.

Saint-Malo: Die Piratenstadt

Entdecke die Geschichte von Saint-Malo, der Stadt der Korsaren und ihrer beeindruckenden Festungsanlagen.

Niveau

Stell dir vor, du bist in einer Stadt, die von Piraten und Abenteurern geprägt ist. Saint-Malo, eine Stadt an der bretonischen Nordküste Frankreichs, hat eine aufregende Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht.

Die Ursprünge von Saint-Malo

Die Ursprünge von Saint-Malo reichen bis ins Jahr 56 vor Christus zurück, als die gallo-römische Siedlung Alet von den Truppen Julius Caesars eingenommen wurde. Diese Siedlung lag auf einer Halbinsel gegenüber dem heutigen Stadtteil Saint-Servan. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Stadt weiter und wurde im 10. Jahrhundert zu einem wichtigen Bischofssitz. Der Name "Saint-Malo" stammt von einem walisischen Mönch namens Machutus, der als Bischof von Aleth bekannt wurde.

Im 12. Jahrhundert begann der Bau einer mächtigen Wehrmauer, die der Stadt Schutz vor Überfällen der Normannen bieten sollte. Diese Mauern sind bis heute ein beeindruckendes Merkmal von Saint-Malo und machen etwa 20 % der Gesamtfläche der Stadt aus.

Die Blütezeit der Korsaren

Im 16. Jahrhundert erlebte Saint-Malo eine Blütezeit. Die Stadt wurde bekannt für ihren Fischfang und Handel, aber auch für Piratenschiffe, die auf Kaperfahrten gingen. Saint-Malo war die Heimat vieler Korsaren, darunter Robert Surcouf, der mit seinem schnellen Schiff "Renard" auf Beutezug ging. Diese Zeit brachte den Bewohnern Wohlstand und ein starkes Selbstbewusstsein.

1590 wurde sogar eine eigene Republik ausgerufen, die jedoch nur bis 1594 Bestand hatte. Die Malouinen, wie sich die Einwohner nannten, waren gefürchtete Gegner für holländische und englische Handelsschiffe.

Folgen der Geschichte und heutige Bedeutung

Die Geschichte von Saint-Malo ist jedoch nicht nur von Ruhm geprägt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt im August 1944 durch anglo-amerikanische Bombardierungen zu etwa 85 Prozent zerstört. Der damalige Festungskommandant weigerte sich zu kapitulieren, was zu diesen Zerstörungen führte.

Nach dem Krieg wurde Saint-Malo jedoch originalgetreu wiederaufgebaut. Viele Historiker diskutieren heute, wie dieser Wiederaufbau zur Identität der Stadt beigetragen hat. Heute leben etwa 47.439 Menschen in Saint-Malo, das nicht nur als Touristenort, sondern auch als wichtiges Industriezentrum bekannt ist.

„Ni Français, ni Breton, Malouin suis“ – Weder Franzose, noch Bretone, ich bin Malouin."

Leitspruch der Malouinen.

Forschung und Diskussion um die Stadtgeschichte

Die Forschung diskutiert weiterhin die Rolle von Saint-Malo in der Geschichte der Piraterie und des Handels. Einige Historiker betonen die Bedeutung der Stadt für die Entwicklung der bretonischen Identität, während andere die wirtschaftlichen Aspekte hervorheben. Es ist nicht eindeutig belegt, inwiefern die Piraterie das politische Klima in der Region beeinflusste.

Die einzigartigen Gezeitenunterschiede in der Bucht von Saint-Malo, die bis zu zwölf Meter betragen, sind ein weiteres faszinierendes Merkmal der Stadt. Diese geographischen Besonderheiten trugen dazu bei, dass Saint-Malo ein strategisch wichtiger Hafen wurde.

Was ist die Côte d’Émeraude?

Die Côte d’Émeraude ist eine wunderschöne Küstenregion in der Bretagne, bekannt für ihre malerischen Ausblicke.

Wer war Robert Surcouf?

Robert Surcouf war ein berühmter Korsar aus Saint-Malo, der für seine erfolgreichen Kaperfahrten bekannt war.

Was ist das Fort National?

Das Fort National ist eine beeindruckende Festung in Saint-Malo, die von Vauban erbaut wurde.

Quellen (4)