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Begriff

Völkerwanderung

Sammelbegriff für die Bewegungen germanischer, slawischer und asiatischer Gruppen ins Römische Reich vom 4. bis 6. Jahrhundert. Auslöser war unter anderem der Hunneneinfall im Osten. Das Weströmische Reich zerbrach unter dem Druck dieser Wanderungen.

Wortherkunft

Deutsche Wortprägung des 18. Jahrhunderts. „Völker" Plural von „Volk", verbunden mit „Wanderung".

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Die Forschung sieht heute weniger geschlossene „Völker" als wandernde Heeresgemeinschaften, die sich unterwegs verbanden und trennten. Auslöser war ein Bündel: Klimaverschlechterung, Druck der Hunnen aus dem Osten, die Schwäche der römischen Grenzverteidigung, die Anziehungskraft römischen Wohlstands. 376 ließ Rom Westgoten ins Reich, 378 schlugen sie bei Adrianopel eine römische Armee. 410 plünderte Alarich Rom, 455 die Vandalen. 476 setzte Odoaker den letzten weströmischen Kaiser ab. Aus den entstandenen Reichen — Franken, Westgoten, Ostgoten, Vandalen, Burgunder — wuchs das mittelalterliche Europa.

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