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Begriff

Mittelalter

auch: medium aevum

Epochen-Begriff für die Zeit zwischen Antike und Neuzeit, konventionell von ca. 500 (Untergang Westroms) bis ca. 1500 (Reformation, Entdeckung Amerikas, Buchdruck). Der Begriff ist eine Fremd-Zuschreibung — die Menschen des Mittelalters nannten sich nicht so. Geprägt wurde er von den Humanisten der Renaissance, die ihre Epoche als Wiederanknüpfung an die Antike sahen und das „Dazwischen” als dunkles Zeitalter abwerteten.

Wortherkunft

Lehnübersetzung des lateinischen medium aevum „mittleres Zeitalter”, geprägt von italienischen Humanisten ab dem 15. Jahrhundert. Im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.

Mehr dazu

Älteste Belegung: Giovanni Andrea Bussi 1469 („media aetas”). Die negative Konnotation („finsteres Mittelalter”) ist eine Erfindung der Renaissance-Humanisten und der Aufklärung; die romantische Mittelalter-Begeisterung des 19. Jahrhunderts (Wagner, Burgenromantik) kehrte sie um. Moderne Mediävistik unterteilt in Früh- (500-1050), Hoch- (1050-1250) und Spätmittelalter (1250-1500).

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