Begriff
Liberalismus
Politische Strömung, die individuelle Freiheit, Rechtsstaat und freie Wirtschaft fordert. Er prägte das lange 19. Jahrhundert in Parlamentskämpfen, Verfassungen und Wirtschaftsreformen.
Wortherkunft
- liberLatein
- liberalisLatein
- liberalesSpanisch
Aus lateinisch liberalis „die Freiheit betreffend, eines freien Mannes würdig". Liberales hießen in Spanien um 1810 die Anhänger der Verfassung von Cádiz, von dort breitete sich der Begriff europaweit aus.
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Der Liberalismus wuchs aus der Aufklärung und der Französischen Revolution. Seine Forderungen waren konkret: Pressefreiheit, Versammlungsrecht, Gewaltenteilung, Verfassung mit Parlament, Gleichheit vor dem Gesetz, freier Markt ohne Zünfte und Zollschranken. Im Deutschen Bund war der Liberalismus die treibende Kraft des Vormärz und der Paulskirchenversammlung 1848. Nach der gescheiterten Revolution spaltete er sich in Nationalliberale, die Bismarcks Einigung mittrugen, und Linksliberale, die für Parlamentarisierung kämpften. Wirtschaftlich setzte sich der Freihandel zumindest zeitweise durch, politisch blieb das deutsche Kaiserreich weit hinter dem britischen Modell zurück. Der Liberalismus geriet ab den 1880er Jahren in die Defensive, eingeklemmt zwischen Sozialdemokratie und Konservatismus.
Verwandte Begriffe
- Gegenbegriff
- Nachfolger