Zum Hauptinhalt springen
Dots

Begriff

Kalter Krieg

Systemkonflikt zwischen den USA und der Sowjetunion und ihren jeweiligen Verbündeten 1947-1991. Trotz nuklearer Bedrohung kam es nicht zur direkten militärischen Konfrontation, aber zu Stellvertreterkriegen, Wettrüsten und ideologischer Konkurrenz.

Wortherkunft

  1. cold warengl.

Lehnübersetzung von englisch „cold war", geprägt vom Schriftsteller George Orwell 1945 und popularisiert vom US-Publizisten Walter Lippmann.

Mehr dazu

Der Kalte Krieg begann unmittelbar nach 1945, als sich die alliierte Zweckgemeinschaft gegen Hitler auflöste. Die Sowjetunion installierte in Osteuropa kommunistische Regime, die USA antworteten mit der Truman-Doktrin und dem Marshallplan. 1949 wurden die NATO und – im Gegenzug 1955 – der Warschauer Pakt gegründet. Deutschland war zentrale Frontlinie: zwei deutsche Staaten, geteiltes Berlin, der Mauerbau 1961 als Symbol. Der Konflikt blieb militärisch „kalt" zwischen den Supermächten, weil beide Seiten mit Atomwaffen über das Mittel zur gegenseitigen Vernichtung verfügten („Gleichgewicht des Schreckens"). Statt offener Schlachten führten USA und UdSSR Stellvertreterkriege in Korea, Vietnam, Afghanistan, Angola und Mittelamerika. Krisen wie die Berlin-Blockade 1948 oder die Kuba-Krise 1962 brachten die Welt mehrfach an den Rand des Atomkriegs. Wettrüsten, Spionage, Raumfahrt-Konkurrenz und Kulturpropaganda prägten das Zeitalter. Entspannungsphasen wie die Ostpolitik Brandts oder die Schlussakte von Helsinki 1975 wechselten mit Eiszeiten ab. Mit Gorbatschows Reformen ab 1985, der friedlichen Revolution 1989 und der Auflösung der Sowjetunion 1991 endete der Konflikt unblutig – ein historisch ungewöhnlicher Ausgang für eine derart langjährige Großmachtrivalität.

Verwandte Begriffe