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Begriff

Hexenverfolgung

Massenhafte Anklagen, Folter und Hinrichtungen wegen angeblicher Hexerei, vor allem zwischen 1560 und 1660. In Mitteleuropa starben rund 50.000 Menschen, drei Viertel davon Frauen. Der Höhepunkt fiel in die Zeit von Krieg, Pest und Klimaverschlechterung.

Wortherkunft

"Hexe" stammt vom althochdeutschen "hagazussa" — vermutlich "Zaunreiterin", ein Wesen zwischen Haus und Wildnis. "Verfolgung" als nüchternes deutsches Wort für die juristische Praxis.

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Anders als oft behauptet war die Hexenverfolgung kein Mittelalter-Phänomen, sondern eine Sache der frühen Neuzeit. Der "Hexenhammer" von 1486 lieferte das Handbuch, aber erst weltliche Gerichte des 16. und 17. Jahrhunderts wendeten Folter systematisch an. Verdächtigt wurden meist arme, alleinstehende ältere Frauen — leichte Ziele in Krisenzeiten. Gelehrte wie Friedrich Spee (1631) und Christian Thomasius (1701) argumentierten gegen die Prozesse; in Preußen wurden sie 1714 abgeschafft, die letzte Hinrichtung im Reich fand 1775 in Kempten statt.